Die Vorgeschichte zur innenarchitektonischen Planung

Meine Kundin aus Klein-Winternheim ist eine junge Lehrerin. Bis vor kurzem hat sie mit ihrem Mann im Dachgeschoss des benachbarten Elternhauses gewohnt. Das Haus, in welches sie nun gezogen sind, liegt auf dem gleichen Grundstück und ist vormals für den Großvater der Kundin errichtet worden. Da es nun aber frei geworden ist, konnte sie hier einziehen. Das Haus hat zwei Etagen: Das Erdgeschoss und ein darunter befindliches Gartengeschoss. Bis jetzt war das Haus so konzipiert, dass sich oben die Wohnräume für den betagten Großvater befunden haben und unten Räume für eine Pflegekraft. Im unteren Geschoss, war bis jetzt lediglich ein großer und nicht unterteilter Raum, nebst einem Badezimmer. Im Erdgeschoss war ein barrierefreies Badezimmer, ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer (welches nun das Arbeitszimmer wurde) und die Küche. Da hier kein barrierfreies Badezimmer gewünscht, hingegen dringend noch etwas Abstellmöglichkeit gebraucht wurde, habe ich den Raum in zwei Bereiche unterteil: Hinten ist nun ein kleines Gäste-WC, vorne eine Garderobe mit Staufläche. Getrennt wurden die Bereiche mittels Trockenbauwänden. Auch im Gartengeschoss waren Anpassungen notwendig: In dem großen Raum sollte zunächst ein Schlafzimmer abgeteilt werden. Ich  habe eine perspektivische innenarchitektonische Planung erstellt, damit später auch noch zwei weitere Räume abgeteilt werden können. Im Gartengeschoss wurde zudem auch der komplette Boden mit Designboden ausgelegt. Zuvor waren dort helle Fliesen, was aber nicht sehr gemütlich wirkte.

Das Budget

Da, wie eingangs schon erwähnt, es sich hier um ein junges Paar handelt, musste ich mit einem (aus Innenarchitektensicht) recht kleinen Budget auskommen. Deshalb habe ich fast alle Möbel aus dem Internet, bzw. von Ikea gewählt. Da die Eltern der Kundin nebenan wohnen, konnten sie sich um das Annehmen der Lieferungen kümmern. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass man Möbel aus dem Internet ordert. Auch andere Prozesse sind nicht ganz so einfach, wie bei einem Möbelhaus: So kann man nicht Probesitzen, kann Materialien nicht anfassen, die Farben nicht sehen. Obgleich ich Zweifel hatte, ob ich mit dem Budget auskommen würde, bin ich zu meinem eigenen Erstaunen, sogar darunter geblieben. Und das, obwohl sogar eine Schreineranfertigung für das Badezimmer in Auftrag gegeben wurde. Der einzige Luxus übrigens. Am Ende blieb sogar noch Geld übrig, um sich so das eine oder andere Accessoire zu gönnen!

Farben

Bei den Farben waren wir bewusst zurückhaltend. Dadurch konnten Farbakzente gesetzt werden. Das ganze Haus ist in einem sehr schönen Grauton gestrichen. Zu dem Grau bildet der natürlich Holzton einen sehr schönen Kontrast. Ebenso, wie die teilweise weißen Möbel.

Die Sitzecke

Das Wohn/Esszimmer

Wohnen und Essen sollten zwei schöne Bereiche bilden. Gleichzeitig stellte sich die Aufgabe genügend Stauraum zu erhalten. Gelöst habe ich das räumliche Problem, in dem ich, um Raum zu sparen, eine Essbank eingeplant habe. Diese kann direkt an der Wand stehen und benötigt somit wenig Platz. Schön ist, dass  sie auch noch sehr wohnlich aussieht und gemütlich ist. Das Stauraum(problem) konnte ich dadurch beheben, dass ich über der Essbank einen Überbau mit seitlichen Schränken geplant habe. Diese fassen den Essplatz in optisch ansprechender Weise ein.

Weiteren Stauraum konnte durch ein Lowboard aus gleicher Baureihe geschaffen werden. Dieser kann gleichzeitig auch noch als Bank für (viel) Besuch genutzt werden. 

Bei dem Sofa konnte zwischen einer nicht verstellbaren und einer verstellbaren Version gewählt werden. In der verstellbaren Version kann die Sitztiefe verstellt werden. Das ist in diesem Rahmen auch deswegen praktisch gewesen, weil bei einem aus dem Internet bestellten Sofa, welches man nicht probesitzen kann, es unklar ist, wie sich die Sitztiefe auswirkt. Da die Bauherren recht groß sind, war es von Vorteil eine größere Sitztiefe zu wählen. 

Farblich wurde im Wohnzimmer die Aktzentfarbe Gelb gewählt. Sie wirkt gleichzeitig warm und auch fröhlich.

Nächste Woche geht es mit weiteren Räumen aus Klein-Winternheim weiter.

Aus dieser Reihe ist schon erschienen: “Arbeitszimmer in Klein-Winternheim” und “Kleiner Essplatz in der Küche

Fotos: Yvette Sillo – Einrichtungsideen – Innenarchitektur